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Tagesausflug "Frauengymnastik" nach Ulm am 14.06.2007

 

Dass der Himmel lacht, wenn wir - die Engel - reisen, finden wir inzwischen selbstverständlich, aber dieses Mal hat er doch sehr gelacht...

Wie immer in bester Laune starteten wir am Goldberg aus in den Tag. Unser Ziel: die Freie Reichsstadt Ulm. Dort angekommen, führte unser Weg auch gleich zur größten Sehenswürdigkeit Ulms, zum Münster. Dieses ist die zweitgrößte Kirche Deutschlands und fasst 20.000 (!) Menschen - doppelt so viele, wie die Stadt 1377 bei der Grundsteinlegung Einwohner hatte.

In diesem herrlichen Bauwerk durften wir die große Orgel bei einem kurzen Konzert mit hochinteressantem Programm genießen. Fast alle Stücke stammten von jungen, zeitgenössischen Komponisten mit heiteren, beschwingten Titeln.

Nach kurzer Stärkung wanderten wir mit Führung durch die wechselvolle Geschichte Ulms. Nach der große Zerstörung der Stadt im zweiten Weltkrieg, beeindruckt hautsächlich die Art des Wiederaufbaus. Imposant vor allem die (meistens) gelungene Verbindung von mittelalterlichem Baustil mit modernster Architektur. Neben malerischen Fachwerkhäusern steht z.B. als großer Kontrast ein Bibliotheksbau aus Glas und Stahl. Direkt neben dem gotischen Münster erhebt sich das vieldiskutierte Stadthaus. Dieses ist das Bravourstück des amerikanischen Stararchitekten Richard Maier (Erbauer u.a. des Getty Museums in LA). Allerdings nicht zur Freude aller Bürger. Aber eine Einwohnerzahl von heute 120.000 stellt neue Anforderungen an die Stadt.

Vorbei an der astronomischen Uhr, dem Meisterwerk mittelalterlicher Uhrmacherkunst (1581) und den schönen Fischkastenbrunnen gelangt man in das pittoreske Fischer- und Gerberviertel. Durch Hitze und die Flut der Informationen etwas ermattet, retteten wir uns auf einen Donaudampfer. Während der erholsamen Fahrt wurde und bei Harmonikamusik manch Ulmer Geschichte erzählt. Beeindruckend die Fahrt an der Adlerbastei vorbei, dem Ort von dem aus der geniale A. Berblinger (1811) einen Flugversuch über die Donau startete. Der Versuch musste missglücken, weil über der kalten Donau jegliche Thermik fehlt, was Berblinger noch nicht wissen konnte. (Übrigens wurde 1986 mit einem nachgebauten Flugapparat bewiesen, dass Berblingers Fluggerät tatsächlich flugtauglich war)

Einige konditionsmäßig Unverwüstliche ließen es sich nicht nehmen, den höchsten Kirchturm der Welt (161 m) zu besteigen und auf Ulm und uns andere herabzublicken.

Es sollen 770 Stufen gewesen sein.

Nach soviel Kultur und Geschichte hatten wir dann auch unser Abendessen wirklich verdient. Bei natürlich muntersten Gesprächen stärkten wir uns ausgiebig für die Heimfahrt. War die Mahlzeit zu üppig oder waren wir zu früh im Zug? Auf jeden Fall ergaben sich höchste Nöte, wodurch wir - natürlich bei gebührendem Mitgefühl - in immer noch besserer Laune versetzt wurden. Zum Glück hatte Gudrun andere Reisende wegen angeblicher "Überfüllung"  von unserem Abteil fern gehalten, so dass sich auch niemand durch unsere lautstarke Lebensfreude gestört fühlen musste.

Entspannt und fröhlich kamen wir in Böblingen an und konnten es kaum erwarten zu berichten, was "in Ulm und um Ulm und um Ulm herum" geschehen war.

Traudel Philipp

 
 
 
   

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