Nichts zu holen gab es für die drei Vereine, die den Kreis Böblingen bei den württembergischen Hallenmeisterschaften im Frauenfußball vertraten. SV Böblingen und TSV Grafenau scheiterten auf der Diezenhalde bereits in der Vorrunde, den VfL Herrenberg ereilte in Dunningen das gleiche Schicksal.
"Wir waren nicht umtriebig genug, die Arbeit auf dem Platz hat gefehlt", resümierte Steven Schumm, Trainer der SV Böblingen nach sieben Punkten und 5:4 Toren. Dabei präsentierte seine Verbandsliga-Frauenmannschaft in der Sporthalle der Erich-Kästner-Schule ein perfektes Abbild der bisherigen Saison draußen. Die einzige Konstante ist momentan noch die, dass die Konstanz fehlt.
Im ersten Spiel gegen TB Neckarhausen gab es für die SVBlerinnen wenig zu holen. Kurz vor Schluss gelang Natalie Drachsler nur noch der Anschlusstreffer zum 1:2-Endstand. "Im zweiten Spiel sind wir dann deutlich besser gestanden und auch in die Zweikämpfe gekommen, haben also das besser gemacht, was am Anfang noch falsch gelaufen war", so Steven Schumm, der nach dem 1:0 gegen SpVgg Stuttgart-Ost - das Tor hatte wieder Drachsler erzielt - gehofft hatte, dass es nun besser läuft. Doch dem Auf folgte wieder ein Ab, gegen Münchingen verfiel die SV Böblingen in alte Muster, die Angriffe waren viel zu leicht zu verteidigen. Die Niederlage erinnerte die Kickerinnen daran, mehr zu tun und sich aufzubäumen. Daniela Kölbl erzielte gegen SpVgg Warmbronn das 1:0, Chrissi Migsch machte mit dem 2:0 den Sack zu. Somit hatte die SVB noch Chancen aufs Weiterkommen und wollte so viele Tore wie möglich gegen TGV Dürrenzimmern erzielen. Letztlich traf aber nur Victoria Müller ins Netz, das Spiel endete 1:1, Böblingen war ausgeschieden. "Ich hatte die Halle aber sowieso nicht als Wertungskriterium herangezogen", betonte Steven Schumm, dass die Prioritäten anderswo liegen. "Der Fokus liegt auf der Rückrunde in der Liga, dort wollen wir stabiler werden."
Wesentlich souveräner schlägt sich der TSV Grafenau in der Regionenliga, steht dort mit acht Siegen und einem Unentschieden aus neun Spielen auf der Spitzenposition. "Das Ziel muss der Aufstieg sein", räumen mittlerweile auch die zwei Trainer Uwe Wurmbrand und Volker Schöck ein. Die Pläne für die Vorrunde der WFV-Hallenmeisterschaften waren bescheidener. "Gut verkaufen" wollten sich die Grafenauerinnen, "das haben wir mit dem dritten Platz in der Gruppe absolut erreicht".
Los ging es mit einem 1:1 gegen die SGM Heumaden/Sillenbuch, sogar ein Sieg war für den klar besseren TSV drin. Von den guten Chancen verwertete aber nur Klarissa Schmidt eine zum Ausgleich. Treffsicherer und defensiv stabiler zeigten sich die Grafenauerinnen in ihrem mit Abstand besten Spiel gegen den TSV Ludwigsburg. Den Verbandsligisten hatten sie klar im Griff, Neuzugang Martina Gerlach und Larissa Hoffmann machten das 2:0 perfekt. Der stärksten Partie folgte die schwächste und es setzte ein 0:4 gegen den SV Sülzbach. "Die haben den Ball laufen lassen, wir sind nicht mitgelaufen", bilanzierten Wurmbrand und Schöck. Gegen TSV Güglingen fehlte das nötige Quäntchen Glück im Abschluss, die Partie endete 0:0, womit das Ausscheiden besiegelt war. Mit einem 2:1 gegen SV Kornwestheim, das bei zwei Pfostenschüssen und einem Lattentreffer durchaus hätte höher ausgehen können, verabschiedeten sich die TSV-Kickerinnen. Die Tore hatten Klarissa Schmidt und Saskia Kienzle erzielt.

Brauchen mehr Konstanz: Die Fußballfrauen der SV Böblingen
KRZ-Foto: Michael Schwartz
Kreiszeitung Böblinger Bote vom 30.1.2012