Dramatisches Ende nach großem Kampf

Von: Redaktion

Einen wahren Basketball-Krimi bekamen die Zuschauer in der Böblinger Hermann-Raiser-Halle am Samstag geboten - mitsamt einem dramatischen Ende und, aus Böblinger Sicht, dem falschen Sieger.

Nach der extrem knappen Niederlage in Söflingen wollten die Böblingen Panthers im zweiten Spitzenspiel der Oberliga gegen den Ligaprimus Zuffenhausen den wichtigen Sieg holen - und zogen erneut äußerst unglücklich den Kürzeren. Waren es vor einer Woche noch vier Pünktchen, die Böblingen vom Sieg trennten, wurde es dieses Mal noch knapper: nach 40 intensiven Minuten verfehlte Zuffenhausen mit dem letzten Wurf den Böblinger Korb – um im Nachfassen noch eine Hand an den Ball zu bekommen und diesen mit der Schlusssirene zum 83:85 in den Korb zu tippen.
Nervös und äußerst fahrig waren die Teams in die Begegnung gestartet. Für beide Rivalen ging es um viel: Böblingen wollte wieder für ein ausgeglichenes Punktekonto zwischen den drei Topteams sorgen, um sich selbst weiterhin alle Aufstiegschancen zu wahren. Zuffenhausen drohte der Verlust der Tabellenführung. Nach mehreren Minuten stand es erst 3:1, Böblingen schien überlegen, konnte aber viele Würfe einfach nicht im Korb unterbringen. Zwei erfolgreiche Dreipunktewürfe von Zuffenhausen wendeten dann das Blatt. Die Gäste konnten sich auf neun Punkte absetzen. Böblingen hielt defensiv dagegen, musste aber immer noch zu viele Fehlwürfe hinnehmen und erzielte mit 12 Punkten im ersten Viertel so wenig Punkte wie selten. Im zweiten Viertel schaffte es der Gastgeber dann mehrfach, den Rückstand zu verkürzen, machte sich aber immer genau dann durch unüberlegte Aktionen das Leben selbst das Leben schwer wenn man gerade das „Momentum“ auf seiner Seite hatte. Immerhin blieb man beim 39:47 Pausenstand in Schlagweite.
Das dritte Spielviertel sollte dann das beste der Böblingen Panthers werden – kurioserweise in einem Moment, den viele Zuschauer bereits als den „worst case“ beklagten: Zunächst musste Center Jerome Hunter wegen hoher Foulbelastung sicherheitshalber eine Pause gegönnt werden, dann katapultierte sich mit Herdie Lawrence auch der zweite Böblinger Topspieler selbst aus dem Spiel: zwei schnelle Fouls und ein technisches Foul wegen Meckerns sorgten für das Aus des US-Amerikaners. Die Panthers hatten jedoch die Antwort parat: Angeführt von Arber Shabani und Marc Pfannenschwarz schafften die Böblinger mit enormem Kampfgeist die Trendwende. Die Defensive stand nun plötzlich stabil und im Angriff punkteten neben Shabani und Pfannenschwarz auch Ferdinand Kleber, Viktor Tschernenko und Granit Ahmetaj. Bis zum Viertelende war der Vorsprung der Zuffenhäuser dahin, kurz nach Beginn des Schlussviertels stand es 68:68. In den entscheidenden Minuten des Spiel schenkten sich die beiden Teams dann nichts. Mit vier verfehlten Freiwürfen und einem Ballverlust verpasste Böblingen die Chance, vorentscheidend in Führung zu gehen und musste stattdessen einen bitteren Dreipunkte-Treffer der Gegner hinnehmen. Taktisch sehr diszipliniert konnte Böblingen 15 Sekunden vor Schluss wieder ausgleichen. In der sicheren Gewissheit, an diesem Abend eine Verlängerung gewinnen zu können spielte Böblingen die letzte Defensive, verhinderte eine gute Wurfchance des Gegners. Der Zuffenhäuser Notwurf Sekunden vor Schluss verfehlte auch tatsächlich sein Ziel – doch der entscheidende Tip-in machte alle Hoffnungen der Hausherren zunichte.
Mit dieser Niederlage bleibt Böblingen zwar im Spitzentrio der Liga, sieht sich nun jedoch in der Lage, dass man sich für den Rest der Saison keinerlei Schwäche mehr leisten darf, will man den beiden Aufstiegsfavoriten noch gefährlich werden.

Für die SVB spielten:
Ahmetaj (15 Punkte/2 Dreier), Yücel, Shabani (18/2 Dreier), Baric, Kleber (12/1),  Ehmann, Theofylaktidis, Lawrence (15), Tschernenko (3), Pfannenschwarz (7), Hunter (12).

12.12.2016 Herren1 › Saison 16/17
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